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Der Suhrkamp Verlag – ein Pionier in der Branche des Buchhandels

Wahrscheinlich hat fast jeder Literaturliebhaber schon einmal ein Buch aus dem Suhrkamp Verlag in den Händen gehalten. Keine Frage, das Unternehmen zählt zu den bedeutendsten Verlagen in Deutschland und hat sich auch über die Landesgrenzen hinaus einen Bekanntheitsgrad erschaffen. Nach der Übernahme des Insel Verlags sowie des Jüdischen Verlags und dem Zusammenschluss mit Deutschen Klassiker Verlag und dem Verlag der Weltreligionen bildet das Projekt eine Verlagsgruppe.

Bedeutende Autoren verbreiten die deutsche Literatur auf internationaler Ebene

Der Schwerpunkt ihrer Publikationen liegt hauptsächlich auf Belletristik und wissenschaftlichen Werken. Schon nach kurzer Zeit integrierte der Suhrkamp Verlag unter anderem Schriftstücke aus der französischen Literatur in sein deutschsprachiges Sortiment. Später folgten ebenfalls Exemplare aus Spanien, Portugal, Osteuropa und Lateinamerika. Entscheidend ist jedoch nicht die Thematik oder das Genre, nein, im Suhrkamp Verlag steht die Selbstverwirklichung seiner Autoren an erster Stelle. Ein häufig zitierter Satz, der den Verlag prägte, ist die Aussage des ehemaligen Geschäftsführers Siegfried Unseld, der Suhrkamp Verlag publiziere keine Bücher, sondern Autoren. Mit der „Suhrkamp Kultur“ habe der Verlag zudem einen großen Beitrag zur Wiederherstellung der Gesellschaft nach dem Zweiten Weltkrieg geleistet.

Rückblick auf eine bewegende Vergangenheit

Als Peter Suhrkamp 1933 dem Fischer Verlag beitritt, ahnt er noch nicht, dass er Jahre später selber eines der erfolgreichsten Unternehmen in der deutschen Buchbranche gründen wird. Zunächst einmal übernimmt er drei Jahre nach seiner Anstellung die Leitung des von Samuel Fischer betriebenen Geschäfts. Zu seinen Kontakten zählen namenhafte Dichter und Schriftsteller der Nachkriegszeit – unter anderem Hermann Hesse, der ihn in dem Wunsch bestärkt, sich mit einem eigenen Verlag selbstständig zu machen. Folglich trennen sich die Wege Suhrkamps und Fischers, wobei die Mehrheit der Autoren sich dazu entscheidet, an dem neuen Projekt mitzuwirken. Auch Bertolt Brecht bot begeistert an, das Unternehmen mit seiner Literatur zu bereichern. So entstand 1950 der Suhrkamp Verlag. Zwei Jahre später gewann dieser mit Sigfried Unseld einen weiteren Mitwirkenden, der 1957 zum Gesellschafter wurde und 1959 das Amt des verstorbenen Suhrkamps als Geschäftsführer und Verleger übernahm. 2002 trat Ulla Unseld-Berkéwicz in seine Fußstapfen. Jedoch waren die Zeiten nicht immer unbefangen. Bundesweit sorgte die Uneinigkeit der Verantwortlichen des Verlags für Furore. Am Ende des Rechtstreits, bei dem ein Insolvenzverfahren geklärt werden musste, wurde der Verlag zu einer Aktiengesellschaft. Unseld-Berkéwicz legte ihr Amt nieder, sodass Jonathan Landgrebe die alleinige Führungsposition für sich beanspruchte.

Bücher, so bunt und vielseitig wie der Regenbogen

Mittlerweile gibt es kaum ein Genre, das der Suhrkamp nicht publiziert. Neben Romanen und wissenschaftlichen Texten, die vordergründig mit soziologischen und philosophischen Aspekten behandeln, werden auch Lyrik, Dramatik, Briefwechsel, Essays und seit 2005 Biografien gedruckt. Kennzeichnend für Bücher aus dem Hause Suhrkamp ist dabei stets das von Willy Fleckhaus entworfene Design. Die schlichte Aufmachung des Buchdeckels nennt lediglich den Titel sowie den Namen des Autors. Jedoch besitzt jede Ausgabe einer Buchreihe eine andere Farbe – eine raffinierte Umsetzung, um die Mannigfaltigkeit der deutschen Sprache darzustellen. Auf diese stößt der Leser natürlich auch angesichts der zahlreichen Editionen, die bisher im Suhrkamp Verlag erschienen.

Im Folgenden eine Übersicht:

  • 1971 erscheint die Publikation in Form eines Taschenbuches.
  • 1998 bedient sich der Cornelsen Verlag an der BasisBibliothek aus dem Suhrkamp Verlag, um diese für Unterrichtsmaterial aufzubereiten.
  • 2006 setzt die Serie medizinHuman einen Schwerpunkt auf wissenschaftliche Texte zum Thema Medizin. Diese vermittelt dem Leser theoretische Fakten auf spannende Weise wirft aber gleichzeitig ein kritisches Auge auf das Gesundheitswesen.
  • 2007 werden in der Studienbibliothek Theorietexte aus allen Epochen veröffentlicht.
  • Dem Menschen die Zusammenhänge der Naturwissenschaften auf verständliche Weise näher zu bringen? Das gelang dem Suhrkamp Verlag mit der 2008 publizierten „edition unseld“. Die im gleichen Jahr erschienene „Suhrkamp Nova Serie“ besteht ausschließlich aus Originalfassungen.
  • 2009 erweitert der Suhrkamp Verlag seinen Horizont und widmet sich ebenfalls digitalen Medien. Mit der Filmedition Suhrkamp bringt das Unternehmen erstmals visuelle und akustische Umsetzungen seiner Autoren auf den Markt.
  • 2010 vereint der Verlag noch einmal wissenschaftliche und epische Texte. Das Suhrkamp Sachbuch ist wie die vorangegangenen Buchreihen ein großer Erfolg.