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Elfenbein Verlag

Der Elfenbein Verlag ist ein unabhängiger Verlag für internationale Literatur aller Arten. Gegründet wurde er 1996 von den beiden Germanistikstudenten Ingo Držečnik und Roman Pliske, die vorher die Zeitschrift metamorphosen an der Universität Heidelberg herausgaben. Die Zeitschrift befasste sich mit Buch- und Filmbesprechungen, sowie Aufsätzen zu Literatur, Kunst und Kultur. Um Kosten zu senken verlagerte man Druck und Vertrieb nach Tschechien, unweit der bayrischen Grenze.

Bereits 1997 erlangt der kleine Verlag einen gewissen Bekanntheitsgrad, als er auf der Frankfurter Buchmesse zum Themenschwerpunkt Portugal einen Gedichtband und einen Erzählband portugiesischer Autoren präsentiert und so zu einem Geheimtipp für zeitgenössische und klassische portugiesische Literatur wird.

Ein Jahr später steigt das Angebot des Verlags auf 13 Titel und macht einen Umzug erforderlich. Mit dem Auszug aus den privaten Räumlichkeiten tritt eine auch eine Professionalisierung des Verlags in Kraft. Das hat zur Folge, dass nach kurzer Zeit ein weiterer Umzug fällig wird. Mit dem Wechsel der Räumlichkeiten im Jahr 2000 wird auch das Angebot weiter ausgebaut und der österreichische Markt erschlossen.

Umzug nach Berlin

Im Jahr 2001 kann der Umzug nach Berlin. Lesungen und Buchbesprechungen in Radio und Fernsehen machten auf das Angebot und somit auf den Verlag selbst aufmerksam, der sein Programm stetig ausbaute.

2004 verlässt Pliske den Elfenbein Verlag und wechselt zum Mitteldeutschen Verlag in Halle. Držečnik, der den Verlag seitdem alleine leitet, beginnt einem geregelten Beruf nachzugehen, um den Verlag am Leben halten zu können. Ein Jahr später kann er eine italienische Abteilung eröffnen, wodurch der Verlag international noch breiter aufgestellt wird. Man führt jetzt unter anderem portugiesische, griechische, norwegische und englische Literatur.

Die 2007 gegründete Elfenbein Literaturhandlung musste nach sieben Jahren, aufgrund mangelnder Kundschaft aufgegeben werden.

Zukunftsaussichten

2016 wurde der Elfenbein Verlag zwanzig Jahre alt, doch eine große Jubiläumsfeier gab es nicht. Držečnik sagte in Interviews, dass er das Geld lieber in neue Projekte stecke, anstatt sie für eine Feier auszugeben. So wird im Jubiläumsjahr beispielsweise die Chinatrilogie von Robert Kloubert, dessen Werke seit 1998 beim Elfenbein Verlag erscheinen, abgeschlossen.

Doch obwohl der Verlag weder Držečnik, noch einen der freien Mitarbeiter ernähren kann, ist der Wahlberliner zuversichtlich was die Zukunft des Elfenbein Verlags und dessen Fortbestehen betrifft. So plant er beispielsweise das Angebot auf E-Books auszuweiten und verspricht in einem Interview mit dem Tagesspiegel, dass es zum 25-jährigen Jubiläum eine große Feier geben soll.

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