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Die taz und die Tücken des Journalismus

Die taz ist eine Tageszeitung, welche von der Verlagsgenossenschaft e.G. publiziert wird. Diese setzt sich aus sechs Teilunternehmen zusammen. Gegründet wurde das Projekt 1978 als eine Reaktion auf die krisenbelasteten Jahre des Deutschen Herbstes. Von Anfang an war Karl-Heinz Ruch an der Herausgabe beteiligt und besitzt auch heute noch das Amt des Geschäftsführers. Chefredakteur ist seit 2015 Georg Löwisch, der seit Mai 2016 Unterstützung von seinen Stellvertreterinnen Barbara Junge und Katrin Gottschalk erhält. Inhaltlich beschäftigt sich die Zeitung mit überregionalen Themen, wobei sie als leicht linkslastig gilt. Sie ist in ganz Deutschland erhältlich und erscheint in einer täglichen Ausgabe.

Das Layout wird dem Wandel der Zeit angepasst

Oben links prangt die Tatze einer Raubkatze, daneben steht der Schriftzug „die Tageszeitung“. Häufig wurde das Layout der taz verändert – nicht zuletzt weil es immer wieder zu Streitigkeiten bezüglich des Logos kam. Dennoch zeigen sich die Abonnenten zufrieden mit dem merklich kleineren Format als andere Zeitungen. Im Vergleich zur Konkurrenz fällt außerdem auf, dass keine Werbeanzeigen namhafter Unternehmen abgedruckt sind. Lediglich kleine Firmen inserieren in der taz. Dennoch handelt es sich hierbei nicht um das übliche Käseblatt. Die taz ist stets bemüht, neue Leser zu werben und dem alten Kundenstamm eine möglichst zeitnahe Lektüre zu bieten. Seit 1995 betreibt die Redaktion deshalb auch eine Onlineausgabe, das taz-ePaper. Es ermöglicht Abonnenten über das Internet den Zugriff auf sämtliche erschienene Artikel, die auf der Webseite sorgfältig archiviert sind. Allerdings sind diese erst nach einer entgeltlichen Registrierung zugänglich. Neben den allgemeinen Nachrichten aus aller Welt enthält die taz auch Teile mit regionalem Bezug sowie Themen, die aus Kooperationen mit anderen Magazinen oder Zeitungen hervorgehen. So erscheinen die für Berliner interessanten Neuigkeiten zum Beispiel in der ostdeutschen Ausgabe, während die norddeutsche Ausgabe die Bundesbürger in Hamburg, Niedersachsen, Bremen und Schleswig-Holstein informiert. Der westdeutsche Regionalteil brachte nur wenig Umsatz und wurde deshalb abgesetzt. Überdies erscheinen auch Artikel aus der französischen Zeitung „Le monde diplomatique“ in deutscher Sprache. Nachdem die taz 2012 das Magazin zeo2 übernahm, berichtet sie indessen über den Klimawandel und den Umweltschutz. Auch Texte der Stuttgarter Internetzeitung „Kontext“ bereichern die Publikationen am Wochenende.

Finanzielle Krisen und Skandale überschatten die Verlagsgeschichte

Eine Besonderheit ist das Angebot, die taz in drei unterschiedlichen Preiskategorien zu abonnieren. Der Leser wählt dabei selbst, wie viel er für eine Ausgabe zahlt. Obgleich sich die meisten Kunden für den Normalpreis entscheiden, hatte die taz in der Vergangenheit immer wieder mit der Insolvenz zu kämpfen. Auch heute verbucht die Verlagsgenossenschaft rückläufige Abnehmerzahlen. Sorge bereitet aber nicht nur der Kundenstamm, die taz trat auch Unternehmen häufig auf die Füße. Immer wieder kam es zu Presserügen, unter anderem wurde eine interne Ausspannungsaffäre bekannt. Berühmt wurde der Streitfall um eine scheinbare Ente hinsichtlich einer Penisvergrößerung Kai Diekmanns vom Axel-Springer-Verlag.

Dient die taz nur als Sprungbrett für Schreibtalente?

Händeringend bemüht sich die Genossenschaft nicht nur, ihre Leser zu halten. Seit Jahren besteht das Problem, dass junge Autoren sich anderen Verlagen anschließen, weil diese mit höheren Löhnen und besseren Karrierechancen locken. Zwar möchte man mit der taz Akademie, wo Nachwuchstalente gezielt gefördert werden, eine Basis für spätere Arbeitsverträge bilden, doch die Vergütung bei der taz nagt an der Grenze zur Unterbezahlung. Diesbezüglich erfuhr die Genossenschaft von außerhalb schon oft Kritik. Immerhin gibt es einen Internetblog, auf dem Autoren ihre Meinung frei äußern können – egal ob es sich dabei um Beschwerden, Lob oder Gedankengänge handelt.